
Tag für die psychische Gesundheit
Schizophrenie – Macht Wahn Sinn?
Das Programm des Abends:
Podiumsgespräch:
Uwe Bening (Moderation) im Gespräch mit
Sebastian Walther, Chefarzt UPD Bern,
David Hill, Betroffener,
Sirkka Mullis, Angehörige,
Christine Clare, Teammitglied Soteria, igs Bern
TAP Theater am Puls Improvisiert zum Thema
Apéro und Austausch
Hintergund-Information:
Schizophrenie – Stimmen hören? Im „falschen Film“ sein? – Es gibt kaum eine andere Erkrankung, die so unterschiedliche Erscheinungsformen hat und bei der man noch so wenig über die Ursachen weiss. In der Bevölkerung löst das Wort „Schizophrenie“ darum schnell Ängste und häufig auch falsche Vorstellungen aus. Viele Personen haben Vorurteile, sie sind verunsichert, besitzen jedoch wenig konkrete und sachliche Informationen über die Krankheit.
Schizophrenie ist eine schwere psychische Erkrankung. Sie ist nicht Folge eines Fehlverhaltens von Eltern oder des Umfeldes, sondern einer Störung des Denkens, der Wahrnehmung und des Empfindens, oft verbunden mit Wahnvorstellungen und Angstzuständen. Schizophrenien können sowohl schubweise als auch chronisch verlaufen, wobei die schubweise Verlaufsform häufiger ist. Eine Psychose, also eine akute Krankheitsphase, kann mehrere Wochen bis Monate dauern. Danach klingt die Krankheit mehr oder weniger vollständig ab. Nach Monaten oder Jahren kann ein neuer Schub erfolgen.
Die Krankheit zeigt kein einheitliches Bild und kann sogar bei demselben Patienten zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich verlaufen. Schizophrenie bedeutet Bewusstseinsspaltung. Damit wird ausgedrückt, dass der Erkrankte die Realität anders wahrnimmt als der sogenannt Gesunde.
Statistisch gesehen durchlebt jeder hundertste Mensch mindestens einmal im Leben eine schizophrene Episode. Schizophrenie ist also eine verbreitete Krankheit und tritt sogar häufiger auf als Alzheimer oder insulinabhängige Diabetes.
Schizophrenie kommt in allen sozialen Schichten und in allen Erdteilen gleichermassen vor. Männer und Frauen sind gleich häufig betroffen. Männer erkranken oft etwas früher (zwischen 20 und 25 Jahren) als Frauen (zwischen 25 und 35 Jahren). Bei Kindern ist eine Schizophrenie ganz selten. – Nebst einer Psychotherapie sind medikamentöse Behandlungen in akuten Phasen häufig hilfreich.